Samstag, 25. Juni 2016

Städtisches Aufgebot Zittau 14. Jahrhundert für Lion Rampant

Bei meiner Bestandsaufnahme vorhandener Figuren fanden sich auch einige Blister von Wargames Foundry mit mittelalterlichen Figuren; nicht genug für eine Armee wie z.B. für Hail Ceasar etc. nötig wären, aber mehr als ausreichend für ein Projekt für die zahlreichen Skirmish-Regeln, wie Lion Rampant (mit dem Zudrücken beider Augen wären die Figuren sogar für die Crecent & Croos SAGA-Variante einsetzbar).

Von der Rüstung/Ausrüstung her können die vorhandenen Figuren bis ins 14. Jahrhundert Verwendung finden, eigentlich in die frühe Hälfte, aber städtische Aufgebote und angeworbene Söldner trugen seltens aktuelle Schutzrüstung und könnten ohne Gewissensbisse auch deutlich später zur Musterung antreten.

Ein Glückfall hier stellt da die Schlacht von Visby 1361 dar, bei der dänische Truppen die Insel Gotland, bis dahin dem schwedischen König tributpflichtig, eroberten.
Nach besagter Schlacht wurden die getöteten Verteidiger, zum Großteil örtliche Miliz, in ihren Rüstungen begraben und nicht wie üblich dieser zuvor beraubt und den Archäologen bot sich ein Bild von einem wilden Durcheinander von Rüstungen diverser Epochen, teilweise bis in die Wikingerzeit zurückreichend (Lamellenpanzer).


Geschichtlicher Hintergrund zu Zittau
Zittau liegt im Dreiländereck an der Grenze zu Polen und Tschechien, wird 1238 in einer Urkunde des Klosters Marienthal erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1255 durch Ottokar II. von Böhmen das Stadtrecht verliehen.
Ottokar II. erkannte die günstige Lage der Stadt in Bezug auf den Handel der Mark (Brandenburg) mit Böhmen und ihre strategische Lage zum Schutz von Böhmen, legte mit einem Umritt die Grenzen der Stadt fest und ordnete den Bau einer Stadtmauer an.
Zittau war bis zu seinem Tode in der Schlacht auf dem Marchfeld 1278 gegen den Kaiser Rudolph von Habsburg von Steuern befreit und genoß außerdem Zollfreiheit bei jeglichem Handel in Böhmen.
Etsprechend schnell blühte Zittau auf und so konnten schon ab 1270 überregional bedeutende Turniere der Ritterschaft abgehalten werden.

Auf Rat des Landvogtes Hans von Warganwitz schlossen sich 1346 in Löbau die sechs Städte Budissin (Bautzen), Görlitz, Zittau, Lauban, Kamenz und Löbau zum "Bund der Sechsstädte" zusammen "zu gegenseitigem Beistande gegen die Landesbeschädiger".
Zittau stieg bald zur wohlhabendsten Stadt dieses Bundes auf und wurde deswegen oft auch "die Reiche" genannt, war im Laufe ihrer Geschichte deshalb aber auch oft das Ziel kriegerischer Herrscharen, wurde oft genug angegriffen, erobert und z.B. 1757 bei der Beschießung durch die Österreicher in weiten Teilen zerstört.

Letzlich habe ich mich für den Zeitraum von 1316 bis ca. 1343 entschieden - in dieser Zeit hatten die Zittauer Truppen alle Hände voll zu tun, die diversen Raubnester der Gegend auszuräuchern, deren adelige Herren sich per Geburtsrecht durchaus dazu berechtigt sahen, auf den Straßen zu Fuße ihrer Burgen Zölle von den durchziehenden Kaufleuten zu erheben und diese auch mittels Waffengewalt einzutreiben, sollte der Kaufmann nicht willig sein.
Die Städte wiederum sahen ihre Erlöse gefährdet, sollten die Warenströme versiegen und nannten dieses Herren Raubritter, die es zu bekämpfen galt.

Entsprechend zogen dann die jeweiligen Aufgebote Zittaus waffenstarrend zu den Toren hinaus und es gelang ihnen in der Tat, die Burgen eine nach der anderen zu bezwingen und dann bis auf deren Grundmauern zu schleifen, so 1337 den Tollenstein, 1338 Schönbüchel, 1343 Burg Oybin als bekannteste (auch heute noch), um nur einige zu nennen.

Es ergeben sich also unzählige Möglichkeite für diverse Szenarien, zumal auch Ereignisse aus späteren Jahren gut umgeschrieben werden könnten, von denen das "Handbuch der Geschichte von Zittau" eine Fülle anführt, wie etwa:
"... hatten die Zittauer auch noch ihre Noth mit den Riedburgen, welche, nebst 11 Genossen, auf den Landstraßen bei Zuckmantel und Rosenthal, mehrmals räuberisch und mörderisch sie anfielen."
Pfingstmittwoch 1368 zog dann Mannschaft aus Zittau aus, um sich dieser Feinde zu entledigen - bei Döppendorf am Bober konnten sie gestellt werden - einer der 3 Brüder wurde schon im Kampf erschlagen, die anderen beiden kurzerhand aufgeknüpft.


Musterung
Und hier der Beginn der Truppe, die einmal Zittaus Farben vertreten und seinem Willen Nachdruck verleihen soll.

ein schnelles WiP-Foto mit dem Handy

Die ersten 6 Figuren sind bemalt, es nächster Schritt wird das Versiegeln mit Glanzlack sein, gefolgt vom Mattlack und die Basen sein.
Benutzt habe ich meine Foundry-Farben, die es ja in den 3er Paletten gibt - allerdings habe ich nur 2 der Farbabstufungen benutzt; Shade und den Normalton.
Mit dem jeweiligen Shade bemalt, folgte dann ein Wash mit Dark Tone von Armypainter, nach Durchtrocknen dann der Normalton für die Highlights.

Allerdings sind mir die Farbkontraste dann zu heftig geworden, auch wenn einige Wargamer die scharfen Kontraste mögen, der Wash dunkelt doch recht heftig ab.
Entsprechend werde ich bei den nächsten 6 Figuren mit dem Normalton beginnen, gefolgt vom Wash und dann erneut mit dem Normalton aufhellen. Bei Farben, wo der Kontrast dann nicht stark genug ist, wird dann der Light-Farbton zum Einsatz kommen.

Alles in Allem warte ich mal ab, wie die Figuren wirken, wenn sie basiert sind.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Battlegroup-Regelserie


Meine aktuelle Neuerwerbung, Regelbuch für das Battlegroup-System und die Erweiterung Overlord für dieses System:



Aufmerksam geworden bin ich auf dieses System durch Posts im Sweetwater-Forum und diverse Rezensionen im Web.
Was mich direkt angesprochen hat ist die Skalierung des Systems - von Gefechten, an denen nur kleine Gruppen beteiligt sind, über Zug- und Kompaniegefechte, bis hinauf zur Batallionsebene, so man denn einen ausreichend großen Tisch sein eigen nennt.
Man kann also klein anfangen und dann, je nach Malfortschritt, sich an größere Gefechte herantasten.

Ich will jetzt hier kein große Rezension schreiben - zum Einen fehlt mir da noch jede Menge an praktischer Regelerfahrung, zum Anderen gibt es wie oben geschrieben davon Unmengen im Netz, die ausführlich und detailliert in das System einführen.

Was ich mir hätte sparen können, ist das Regelheft im A5 Format - die kleine Schrift in Verbindung mit dem Hintergrund macht es schon recht anstrengend zu Lesen, zumindest wenn man kein Jungspund mit 1a Sehschärfe mehr ist.
Entsprechend habe ich dann noch nachträglich das entsprechende PDF bei PSC geordert - zum Einen kann es mit einem Top-Preis aufwarten, zum Anderen kann ich mir beim Lesen die Seiten so groß aufziehen, wie es für mich angenehm ist, kann darin bequem auf dem Sofa liegend mittels Tablet schmökern und perfekt transportabel ist es damit auch. Neuverquerdeutsch also eine Win-Win-Situation für mich.

Das Szenariobuch Overlord ist eine Augenweide, neben Szenarien, Regelanpassungen und Armeelisten für den D-Day bis zum Durch- und Ausbruch der Alliierten aus der Normandie ist es gespickt mit Fotos von Wargames-Figuren, vor allem aber mit zeitgenössischen Fotos und Hintergrundinformationen.
Selbst wenn man ein anderes Regelsystem bevorzugt, ist hier reichlich Material vorhanden, das man problemlos verwenden und anpassen kann.

Jetzt finde ich  persönlich aus Wargamer-Sicht ja die frühe Epoche deutlich interessanter, genauer Norwegen- und Frankreichfeldzug - an die fetten Panzermonster der späten Kriegsjahre war noch nicht zu denken, die alliierten Panzer waren denen der Wehrmacht an Panzerung und Bewaffnung überlegen, wurden aber falsch und nur vereinzelt eingesetzt und und und.
Warum habe ich also Overlord und nicht die Erweiterung Blitzkrieg gekauft?

Hängt mit dem Hintergedanken des Blogs zusammen - disziplinieren und Projekte zu einem Abschluß bringen, der spielbar ist.

Da ich in 15mm noch Amis im Keller hatte, die ab 1943 einsetzbar sind (also ab Afrika) und ein Fallschirmjäger-Platoon, fiel die Wahl erstmal auf besagtes Overlord.
Wenn die bemalt und basiert sind, greife ich bei weiteren Szenariobüchern zu.

Passend dazu bin ich in der WARGAMES SOLDIERS & STRATEGY, Ausgabe 80, auf ein perfekt geeignetes Szenarion für Battlegroup gestoßen: A Brave Defence of Lanzerath - perfekt für den Einstieg.
Wenig Figuren nötig und es treten Fallschirmjäger (als Inexperienced eingestuft, da es sich um eine frisch aufgefüllte Einheit handelte - also nix mit Elite und so) gegen Amerikaner an.
Grob zu den historischen Gegebenheiten hier einige Infos unter:
https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Lanzerath_Ridge

Da ich nun aus diversen Gründen längere Zeit keinen Pinsel geschwungen habe, der Farbe auf eine Figur gebracht hätte, habe ich mir 12 mittelalterliche Armbrustschützen in 28mm von Foundry geschnappt, um wieder in die Abläufe reinzukommen.
Die kann ich dann später prima für LION RAMPANT einsetzen und es ist wieder eine Einheit fertig - Neuverquerdeutsch und so.

Sonntag, 19. Juni 2016

Mittelalterliches Dorf in 15mm - Teil 2


Nunmehr sind auch das Stallgebäude/Scheune, als auch die Kapelle fertiggestellt und die jeweiligen Basen durchgestaltet und das mittelalterliche Dorf somit komplett; hier die entsprechenden Bilder.







Die Butzenscheiben sind aus einem ziemlich gut passenden Drahtgeflecht aus einem Baumarkt, die in handlichen Platten verkauft werden, hinterklebt mit Plastik aus einer Verpackung, bei dem ich die Rückseite in einem Grauton bemalt habe.

Draufsicht auf die Kapelle, bei der der Grundriss deutlich wird - das Dach dann entsprechend aufzubauen und anzupassen hat einige Zeit gedauert.


Das Dorf im Überblick - ich muß mir unbedingt Fotohintergrund, eine Fotobase und eine Lichtbox bauen, um mehr aus den Bildern rauszuholen.


Demnächst dann noch eine neue Grundbase für Dörfer mit Dorfplatz und Wegen.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Mittelalterliches Dorf in 15mm - Teil 1


Momentan nähern sich die Gebäude für ein mittelalterliches Dorf der Fertigstellung.
Im Gegensatz zu den 3 frühmittelalterlichen Häusern, deren Korpus komplett aus verschiedenen Arten von Pappe bestehen, die Dächer aus Kreppapier, habe ich diese hier aus Styrodur gebaut.
Dank dem Heißdrahtschneider Proxxon Thermocut eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, das Teil ist echt genial - damit lassen sich auch runde Öffnungen problemlos herstellen, wir an meiner Kapelle zu sehen ist.

Mittlerweile habe ich auch den Dreh raus, mit dem Thermocut wirklich dünne Platten bis runter zu 1mm aus den Styrodurblöcken zu schneiden, entsprechend habe ich dann auch gleich mal die Wirkung einer Styrodur-Dachdeckung gestestet.
Während die Dächer der beiden Wohnhäuser noch traditionel aus Pappe gebaut sind, haben Scheune und Kapelle ein Styrodurdach - im Falle der Scheune habe ich Dachziegel graviert, für die Kapelle ist es ein Schieferdach geworden.

Frühes Baustadium, Grundbau mit aufgeklebten Furnier aus Balsaholz, daß mit verschiedenen Beizen behandelt wurde.


Das Dach entsteht aus einzelnen Kartonstreifen.


Die beiden Wohnhäuser sind komplett, die Basen gestaltet.


Im Bau links die künftige Scheune, rechts die Kapelle mit geritztem Mauerwerk aus Bruchsteinen, die ich einem Vorbild aus der hiesigen Gegend nachempfunden habe:


Kapelle des ehemaligen Siechhauses in Zülpich.


Das Türmchen der Kapelle aus Styrodur ist aufgesetzt und die aus Styrodur bestehenden Dachhälften des Hauptdaches sind zugeschnitten und als Schieferdeckung graviert.


Im Folgenden 2 Bilder des aktuellen Baustadiums von heute morgen; alles ist fertig bemalt, die beiden Bases sind besandet - es fehlen noch Kleinigkeiten wie die seitlichen Abdeckungen der Dachfronten, die wieder aus gebeiztem Furnier bestehen werden und deshalb zum Schluß aufgeklebt werden können, sowie das Kirchenkreuz für das Kapellentürmchen, daß ich aus gehämmertem Draht zusammenlöten werde und natürlich das Bemalen und Gestalten der beiden Bases.



Mittwoch, 15. Juni 2016

Frühmittelalterliches Dorf in 15mm


Letzte Woche habe ich ein Dorf in 15mm für das Frühmittelalter fertiggestellt, im Prinzip sind die Gebäude aber von der Bronzezeit bis ins späte Mittelalter und sogar darüber hinaus verwendbar, Brunnen und Garten sowieso.

Das Ganze setzt sich zusammen aus 3 Häusern, Vorratshaus, Garten und Brunnen, dazu noch eine Grundplatte aus Malervlies, die von der Größe her einem doppelten Geländeteil gemäß FoG:AM entspricht.

Den Brunnen habe ich wieder aus einzeln zugeschnittenen Steinen "gemauert", der Eimer ist ein entsprechend umgebauter Kerzenhalter, wie sie für Geburtstagskuchen zum Einsatz kommen - man sollte eben nichts unüberlegt wegwerfen.


Und hier die Bilder:


Häuser im Bau

die fertigen Häuser

das fertige Dorf


Im Moment baue ich an entsprechenden Gebäude, die an dem Hochmittelalter zum Einsatz kommen können, Bilder folgen morgen, wenn ich sie von der Kamera gezogen habe..

Dienstag, 14. Juni 2016

Ein Lager für FoG in 15mm


Wer kennt das nicht, wenn einen in einem Spiel mal wieder das Würfelglück nicht hold ist - Fortuna ist und bleibt eine Dirne.

Was lag also näher, als ein Lager zu bauen, in dem die Anbetung besagter Fortuna/des Würfelglücks im Mittelpunkt steht und ist so gehalten, dass es sich für mehrere Armeen einsetzen lässt; die Maße gibt das Regelwerk von FoG vor.

Ich hatte schon einmal für meine Makedonen ein solches Lager gebaut, bei dem der aus Styrodur gebaute und recht große geratene Würfel auf einer griechischen Säule aus dem Aquariumszubehör befestigt war. Da das alles recht hoch geraten war, war der Transport zu Turnieren etc. immer eine heikle Sache, das Ganze mußte also transportfreundlicher werden.

Als erstes die Figuren, die von diversen Herstellern stammen:




Stellprobe der Figuren, Altar, Opferbrunnen etc., aus den einzelnen Styrodursteinen wird letzterer dann gemauert:




Und hier Bilder des fertigen Lagers:




Möge das Würfelglück nun immer mit mir sein!

Ein weiterer Blog, den die Welt nicht braucht?

Wahrscheinlich, aaaber ...

Er soll nichts weiter sein, als mein ganz persönliches Modellbau-Tagebuch, in dem ich für mich Fortschritte und Bautechniken dokumentiere und auch so ein wenig zur Motivation dienen, Projekte zum Ende zu bringen.

Sollte sich dennoch jemand hierher verirren - viel Spaß beim Lesen und seid nachsichtig, bloggen ist kein Hauptzweck für mich ;-)