Sonntag, 30. Oktober 2016

Mahel Safari - Testfiguren

Um mich mal an die Wiedergabe der in Äthiopien vorkommenden Hautfarben heranzutasten, die von Dunkelbraun bis hin zu rötlichen Hauttönen reichen, habe ich einige Tests mit verschiendenen Farb- und Wash-Kombinationen gemacht und nachdem ich einige gut wirkende Schema gefunden hatte, wollte ich die Wirkung an komplett bemalten Figuren testen.

Ich habe also einige Figuren bemalt, wobei ich ein einheitliches Farbschema für Bekleidung etc. gewählt habe, damit die Wirkung der Hautfarbe auch im Vordergrund steht.

Letztlich habe ich mich für 4 Figuren entschieden, bei denen mich die Hautfarbe im Vergleich zu Vorbildfotos am meisten überzeugt hat und die ich dann so auch alle einsetzen werde.


Für die Bases habe ich selbst gesiebten Sand benutzt, mit unterschiedlichen Sandtönen und Washes abgetönt, selbstgefärbter und zerkleinerter Flock, den ich noch mit einem ausgebleichtem Grünton gebrusht habe und die Grasbüschel habe ich mit meinem Elektrostat aus einer Mischung aus bräunlichen 2mm, 4,5mm spätherbstlichen und 8mm strohfarbenen Grasfasern angefertigt.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Abyssinia Crisis: 1st Half-Platoon Mehal Safari - Umbauten Teil 2

Wie sich gezeigt hat, passen die Wolseley-Helme von Perry leider nicht zu den Figuren von Copplestone und Empress - die Perry-Figuren und entsprechend auch deren Helme sind einfach zu zierlich und sehen einfach nicht passend auf den zurechtgefeilten Köpfen aus, wie sich gezeigt hat.
Das ist ja auch auf den Fotos von Teil 1 gut zu sehen, entsprechend habe ich von vorne begonnen.

Das grundsätzliche Problem an den Figuren regulärer Einheiten der Äthiopier ist, daß in der Theorie die Mehrheit zwar Uniformen nach europäischem Vorbild trug, das Tragen von Schuhen aber außer für wenige Offiziere untersagt war - man glaubte, Schuhe würden die Beweglichkeit der äthiopischen Soldaten reduzieren.
Die möglichen Figuren hatte ich ja schon in Teil 1 vorgestellt - die Jungs wurden für kurze Zeit völlig kopflos und bekamen dann Köpfe von Woodbine angepaßt, in der Mehrheit solche mit dem Wolseley-Helm - hier eine Auswahl:


Den zusätzlichen Träger der Ersatzmagazine für die Lewis-LMG hatte ich schon in Teil 1 gezeigt, bei ihm habe ich entsprechend nur noch den Gurt in Form gebracht und den Verschluß der unteren Magazintasche modelliert.
Bei den beiden originalen Lewis-Gunnern habe ich unterhalb der Shorts bzw. der Beinwickel die Beine amputiert und durch passend bearbeitete Plastikbeine aus der Sudan-Box der Perrys ersetzt - eine ziemliche Frickelei, aber vom Aussehen her überzeugender, als das Abfeilen der Schuhe und Einritzen von Zehen.


Damit habe ich insgesamt genug umgebaute und originale Figuren für ein komplettes Platoon inkl. 2 LMG bereit und kann mich die nächste Zeit komplett auf das Bemalen konzentrieren.
Sobald das Platoon fertiggestellt ist, kommen die Optionen wie MMG und LMG auf Truck an die Reihe, die dann wieder jede Menge Umbauarbeiten erfordern werden, da es auch hier logischerweise keine fertigen Modelle gibt - ich habe aber schon einige passende Umbaukandidaten im Auge.

Samstag, 8. Oktober 2016

Zeitreisen: Deutsches Panzermuseum Munster

Im Sommer in kühlen Museumshallen unterzutauchen, um der Hitze zu entfliehen und dabei noch etwas für die eigene Bildung tun - für mich und meine Tochter war das in den Sommerferien verlockend genug, um uns auf die Fahrt gen Norden zum Panzermuseum Munster aufzumachen.
Und die letzten Tage hatte ich Muße, die Fotos zu sortieren und nachzubearbeiten.

Die Kombination aus schönem Wetter und Sommerferien sollte sich dann in Munster als durchaus zwiespältig Fotojäger erweisen - das Museum war gerammelt voll mit Besuchern aus ganz Europa, den Streckenrekord dürften sich an diesem Tag die Schweden gesichert haben, aber auch Briten, Belgier und vor allem Niederländer waren zahlreich vertreten.
Im Prinzip war es deshalb auch meist unmöglich, vor allem die absoluten Publikumsmagneten wie den Tiger und den Königstiger ohne Personen aufs Bild bannen zu können - da sollte man einen Munster-Besuch besser außerhalb der Ferien planen.

Im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor ca. 10 Jahren hat sich unglaublich viel getan, nicht nur was die vergrößerte Sammlung betrifft, sondern auch deren Präsentation - die Fahrzeuge selbst stehen im Mittelpunkt, die Hintergrundinformationen sind angenehm unaufdringlich und es fehlt vor allem der erhobene Zeigefinger, den scheinbar viele Museen leider als ihre Hauptaufgabe sehen.
Klar, diese Informationen sind notwendig und wichtig, sollten aber nicht zum Hauptzweck werden, man kann und darf den Besuchern durchaus ein Mindestmaß an Mündigkeit zutrauen - und Munster macht das.

Vor dem Museum ein "kleines" Diorama - ein Leo verladen auf einem Schwerlastwagen Gattung SSyl der DB vor einer Verladerampe; solche Schwerlastwagen datieren schon auf die Zeiten der DR, wie man an den Diamond-Drehgestellen gut sehen kann.

Den Anfang des Rundganges machen Panzer vom Ende des 1. Weltkrieges und der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, ein Blickfang ist natürlich hier der in eine Landschaftsszene gesetzte Nachbau eines A7V - das Ding könnte man fix auch in ein Wochenend-Häuschen umbauen, ich kann darin trotz meiner 1,94m locker stehen.

Weiter gehts mit einem Renault FT-17 und einem Leichter Kampfwagen LK II, der mir vorher noch nie untergekommen war.


Als nächstes folgt ein Panzerkampfwagen 38(t)


Auch Fahrzeuge des Afrikakorps sind in der Sammlung von Munster vertreten - und nicht nur Panzer!



Und hier kommt der Publikumsliebling so ziemlich aller Besucher, wenn man mal die Umlagerung als Maßstab nimmt - hier ein Bild ohne Besucher hinzubekommen erfordert Geduld und vor allem Gelassenheit. Gerade wenn man denkt: "Jaaa, endlich freie Sicht!" ... latscht garantiert wieder irgend eine Schnarchnase vor die Linse und beim 4. Versuch war ich kurz vor einem Blutsturz ...
Wie auch immer - hier ist er, der Panzerkampfwagen VI "Tiger"

Einer der unmittelbaren Nachbarn ist nicht weniger berühmt, aber deutlich weniger gefürchtet - zumindest habe ich bisher nur von Tiger-, nicht aber von einer Panther-Fear gelesen, obwohl er von vielen Experten für die/eine der besten Panzerentwicklungen des Krieges gehalten wurde.
Nicht umsonst hat die französische Armee den Panther noch Jahre nach dem Kriegsende selbst eingesetzt.

An diesem Tag hatte das Kätzchen allerdings Magengrummeln, jedenfalls mochte es motormäßig nicht zum Leben erweckt werden und bedurfte mehrere Veterinäre, die Hand anlegten , um das Wehwechen zu kurieren.

Als nächstes einige Jagdpanzer - vom StuG, über den Jagdpanzer IV, Jagdpanzer 38(t) Hetzer, Jagdpanther hin zu einem sowjetischen SU-100 und einem britischen Achilles, der auf einem M10 basiert, aber mit dem deutlich potenteren 17-Pounder ausgestattet ist.






Auch von den Alliierten sind viele der bekannten Baureihen in der Sammlung des Panzermuseums vorhanden - u.a. ein T35-85, Comet und ein Sherman M4A1 (76mm).



Neben vielen weiteren beeindruckenden Fahrzeugen kann Munster u.a. auch mit einem Panzerkampfwagen VI Ausf. B Tiger II und vor allem einem extrem seltenen Sturmpanzer VI aufwarten, auch als Sturmmörser Tiger bekannt, meist aber kurz als Sturmtiger bezeichnet.


Aber auch die Fahrzeugsammlung der Nachkriegsjahre ist hochinteressant und umfaßt sowohl Fahrzeuge der Bundeswehr, der NVA, sowie NATO etc., dabei einige Exoten.

Die Briten hatten vor allem an ihre Besatzungen gedacht und ein umfangreiches Packsystem an den Panzern, damit kann man auch mal zum Camping aufbrechen *gg*

Breiten Raum nehmen natürlich die diversen Versionen des Kampfpanzer Leopard ein, neben moderneren Varianten ist auch einer der Prototypen zu sehen, genauer ein Kampfpanzer Standard Prototyp 2

Hier ein Leopard 1 A1A4 und ein M41 Walker Bulldog:


Die NVA ist u.a. mit einem T54AM, einem T55 AM2B, Schwimmpanzer PT-76 und einem BMP-1 vertreten.




Wem der Begriff "gläserner Panzer" nichts sagt, dem kann in Munster auch geholfen werden.

Und hier ein extrem interessantes Exemplar der Munster-Sammlung: ein Panzer mit Ladetrommeln, in dem Falle ein Kürassier.
Das sich das Konzept letztlich nicht durchgesetzt hat lag u.a. am Wiegeturm - die Dinger waren einfach nicht zu 100% dicht zu bekommen und damit waren sie sehr viel anfälliger gegen Einsätze von ABC-Waffen.

Hier noch weitere Beispiele - insgesamt ist die Sammlung viel zu umfangreich, als daß man von jedem Fahrzeug ein Bild zeigen könnte.
Auf dem letzten Bild ist ein Kanonenjagdpanzer, auch Jagdpanzer Kanone 90 mm oder Kanonenjagdpanzer 4–5 genannt, auf dem Freigelände des Panzermuseums zu sehen - Ähnlichkeiten mit dem Jagdpanzer IV kann er nicht verleugnen, wie im Vergleich mit dem Bild weiter oben klar zu sehen ist.



Zum Schluß noch ein Bild meiner mich von kleinauf in jedes Museum begleitenden Tochter, locker an einen Leo gelehnt.

Ich kann nur jedem, der sich auch nur im entferntesten für Panzertechnik interessiert den Besuch des Deutschen Panzermuseums in Munster wärmstens empfehlen - lohnt sich immer und in jedem Falle!

Konzept und Sammlungs-Schwerpunkte empfinde ich als absolut gelungen, viele Exponate sind sogar einzigartig - aber plant ausreichend Zeit ein, unter 3 Stunden kommt man da nicht raus, wenn man sich alles in Ruhe anschauen möchte.
Und wie gesagt - sollen Bilder ohne Menschenmengen geschossen werden, fahrt außerhalb der Ferien hin ;-)

Sonntag, 25. September 2016

Abyssinia Crisis: 1st Half-Platoon Mehal Safari, Teil 1

Und los gehts mit dem ersten Half-Platoon meiner geplanten Mehal Safari für den Abessinienkrieg, die auch 1941 zum Einsatz kommen könnten, als die Briten Abessinien befreien.

Wie gesagt ist die Auswahl an passenden Figuren recht begrenzt, Empress hat meines Wissens nach die einzige Reihe Mehal Safari Figuren, Unterstützungswaffen aber beispielsweise fehlen komplett, entsprechend ist hier Umbau angesagt.

Pedivere, der hier richtig tief im Thema ist, hatte mir noch den Tipp gegeben, mir mal aus der Darkest Africa Reihe von Copplestone deren Zanzibar Regulars anzuschaun, ich wollte mir noch von Empress deren italienische Askaris unter die Lupe nehmen und für die LMG kamen die "British Lewis Guns" aus der "Great War in Africa" Reihe vom Brigade Games in die engere Auswahl.
Eine Sudan-Plastikbox und Wolesley-Helme von den Perrys, sowie Köpfe von Woodbine mit britischen Schirmmützen vervollständigten die Umbaumaterialien.
Dazu die üblichen Sachen wie Draht zum verstiften, Kleber und Greenstuff.

Ganz links die Lewis LMG, die beiden mittleren Figuren sind die Zanzibar, rechts ein italienischer Askari.

Umgebaute Askari - Fez abgefeilt und die Wolesley-Helme angepaßt.

Die umgebauten Zanzibar - die beiden links haben jeweils einen Kopf aus der Sudan-Box bekommen, die beiden mittleren einen deutschen Tropenhelm aus der DAK-Box der Perrys und die Figur ganz rechts einen Kopf von Woodbine.

Ganz links die LMG-Besatzung - am MG-Schützen selber habe ich nur kleinere Änderungen gemacht - Schnurbart und Schuhe entfernen, der Magazinträger hat einen Plastikkopf bekommen und ich habe seine Beinwickel entfernt.
Da laut Liste die Bedienung aus 3 Mann besteht, habe ich aus der Sudanbox noch eine Figur gebaut, die zum einen einen Kopf von Woodbine mit Schirmmütze bekommen hat und der ich noch 2 Magazine für das Lewis-MG aus Holzscheibchen und Greenstuff anmodelliert habe, getragen an einem Riemen über der Schulter; besagter Riemen muß jetzt noch an den Rändern getrimmt und verschliffen werden.

Hier nochmal alle Umbauten im Überblick:

Ein Half-Platoon der Mehal Safari besteht aus einem Inferior Junior Leader und 2 Sektionen zu je 9 Riflemen, wobei eine Sektion über die Supportliste mit einem LMG aufgewertet werden kann, wobei dann 3 Rifles zur Bedienung werden.

Zusammen mit den Figuren von Empress habe ich durch die Umbauten eine ausreichende Posenvielfalt, wie ich sie mir für meine Mehals vorgestellt habe - denn sie zählen zwar als reguläre Truppen, sind aber keinesfalls so gleichmäßig uniformiert wie europäische Einheiten.

Bleibt noch, eine weitere Lewis-Bedienung umzubauen, um auch das 2. Half-Platoon entsprechend ausstatten zu können und auch für das MMG aus den Optionslisten habe ich schon eine Idee, was da für das Umschnitzen als Rohstoff herhalten muß.

Samstag, 24. September 2016

Abyssinia Crisis: Historischer Hintergrund

Mein nächstes Hauptprojekt wird den 2. Abessinienkrieg 1935 (Italienisch-Äthiopischer Krieg) zum Thema haben - Äthiopien wurde damals noch als Abessinien (Abyssinien) bezeichnet, das Ganze auf Basis der Chain of Command Regeln.

Wie kommt man auf so ein Thema, könnte man sich sicherlich fragen.
Zum Einen gibt es dazu seit längerer Zeit eine Webseite, die sich mit dem Konflikt und seiner Umsetzung in Wargames widmet, die ich immer wieder regelmäßig lese und absolut zu empfehlen ist: https://abyssiniancrisis.wordpress.com/

Zum Anderen beschäftigt sich die Gruppe um Pedivere und KingKobra, zu der ich dazugestoßen bin, genau mit eben diesem Thema, inkl. einer geplanten Demo/Participation im Rahmen der Conflict 2017 in Langenfeld.

Quasi ist das ein absoluter Glücksfall, denn während man recht fix Spieler für die üblichen Epochen und Kriegsschauplätze findet, ist der Kreis der Interessenten für solche speziellen Themengebiete im eh schon relativ kleine Kreis der Wargamer doch extremst überschaubar.
Dabei bieten solch relativ kleinen und begrenzten Konflikte doch eine Menge Möglichkeiten, sich auf allen möglichen Gebieten auszutoben, sei es bei den Truppen, Gebäudebau etc. pp.

Zum Konflikt selber:
Im Prinzip reichte der Konflikt schon viele Jahre zurück, schon seit Ende des 19. Jahrhundert versuchte Italien im "Wettlauf" um koloniale Besitzungen zu den anderen europäischen Mächten aufzuholen, da es sich wie Deutschland erst wenige Jahrzehnte zuvor zu einem Nationalstaat entwickelt hatte und entsprechend (auch hier wie Deutschland) glaubte, sich soviel wie möglich vom Kuchen abschneiden müßte, der da Kolonien hieß.
Von Eritrea aus sollte auch Äthiopien zu einem italienischen Protektorat unterworfen werden, das "Abenteuer" endete aber 1. März 1896 mit einer völligen Niederlage gegen die äthiopischen Truppen unter ihrem Herrscher Menelik II. in der Schlacht von Adua.
Ausgelöst durch die großen Verluste in diesem Krieg kam es in mehreren großen italienischen Städten zu Kundgebungen, die ein Ende des Krieges forderten und im Oktober 1896 erfolgte dann schlußendlich die Unterzeichnung eines Friedensvertrages beider Staaten.

Doch schon 1906 schlossen Italien, Großbritannien und Frankreich einen Vertrag miteinander, der Abessinien zur gemeinsamen Einflußzone erklärte, dem geschlossenen Friedensvertrag aber eindeutig zuwiderlief und Mussolini letztlich dann als Vorwand für den 1935 ausbrechenden Krieg diente, den Äthiopien endgültig zur italienischen Kolonie machen sollte

Was Äthiopien so besonders machte war, daß es das letzte und einzige unabhängige Land auf dem afrikanischen Kontinent war; ein Status, der mit dem italienischen Sieg im Mai 1936 offiziell endete.

Das faszinierende an Konflikten wie diesen ist, welche verworrene Gemengelage hier im Spiel war und obwohl die Lunte offensichtlich nur in Richtung eines kleinen Pulverfäßchens zündelte, war doch darunter eine Sprengkammer verborgen, die einen durchaus respektablen Flächenbrand hätte auslösen können.
Frankreich versuchte damals mit allen Mitteln und fast schon verzweifelt, Deutschland um jeden Preis isoliert zu halten und war deshalb bereit, Italien unter Mussolini jede Menge Zugeständnisse zu machen, u.a. ließ das im Januar 1935 ausgehandelte Französisch-Italienische Abkommen Italien völlig freie Hand in Abessinien - das Ganze hatte fast schon Züge, wie wenige Jahre später das Münchener Abkommen.

Dagegen ist vom späteren Bündniss zwischen Deutschland und Italien noch keine Rede, ganz im Gegenteil, denn Mussolini hatte einen Anschlußversuch Österreichs an Deutschland verhindert, woraufhin Deutschland Waffen und Munition an Abessinien liefert, laut diversen Quellen sogar auch einige PaK.

Großbritannien wiederum sah dem italienischen Bestreben ebenfalls mit gehörigem Mißtrauen entgegen, sicherlich auch weil von Ost-Afrika durchaus der britische Seeweg von Indien über den Suez-Kanal bedroht werden konnte und die Briten verstanden bei derlei Dingen bekanntlich wenig Spaß, wenn sie ihre Handelprofite bedroht sahen.
Auch die Briten lieferten entsprechend reichlich Waffen an Abessinien, dazu gehörten auch Panzer, FlaK und dergleichen mehr.

Für den Wargamer bieten sich hier also unzähliche Möglichkeiten für Szenarien an, die weit über die tatsächlich beteiligten Truppen hinausgehen können und viele "Was wäre wenn Optionen" ermöglichen, etwa eine Intervention Frankreichs und/oder Großbritanniens, hier sogar auf verschiedenen Seiten möglich und und und - Grenzen setzt hier fast nur die eigene Vorstellungskraft, da sich hier aus einem lokal begrenzten Kolonialkrieg durchaus ein größerer Konflikt hätte entwickeln können.

Die abessinische Armee Stand 1935
Zum Zeitpunkt des italienischen Überfalls befand sich die Armee mitten im Umbruch und auf dem Weg von einer eher traditionellen Stammes- hin zu einer modernen Armee, einen Umbau, den der abessinische König Haile Selassie I. auf den Weg gebracht hatte.
Diese Umgestaltung erfolgte mit Hilfe ausländischer Militärberater, an erster Stelle von Belgiern, aber u.a. auch Russen und Türken.

Am weitesten fortgeschritten war dabei die äthiopische Garde, landesprachlich Kebur Zabanga.
Gegründet wurde diese etwa 1928 durch belgischen Militärberater auf Ersuchen von König Haile Selassie und in den Folgejahren weiter ausgebaut und ausgebildet u.a. durch schwedische Militärberater und belgische Kongo-Veteranen, die Garde war auch am besten ausgestattet, was aktuelle Waffentechnik anging, u.a. mit leichten Machinengewehren und BAR´s!

Die eigentlichen regulären Einheiten war die Mahel Safari, die allerdings mitten im Umbruch standen und somit einerseits schon relativ modern ausgerüstete und ausgebildete Einheiten umfasste, genau wie noch mehr oder weniger traditionell kämpfende Verbände, bei denen zwar Gewehre vorhanden waren, es aber an sowohl an modernen Strukturen, als auch an ebensolchen Waffen fehlte, wie etwa leichten MG´s.

Den größten Teil der abessinischen Truppen machten aber die quasi privaten Armeen äthiopischer Adeliger und Provinzgouverneure aus, die auch für deren Bewaffnung und Ausbildung verantwortlich waren.
Ein entsprechend buntes Bild gaben diese Truppen dann auch ab, denn neben persönlichen Vorlieben war es auch durchaus eine Sache des Prestiges, anhand der Bewaffnung "seiner" Truppen den eigenen Wohlstand zu zeigen.
Und so gab es Provinztruppen, die mehr oder weniger nach alter Väter Sitte kämpften und auch so bewaffnet waren - von ollen Flinten bis zu Speeren und Säbeln, wie es auch solche gab, die fast so gut ausgerüstet waren, wie die Einheiten der äthiopischen Garde!

Hier kann man sich also nach Herzenslust austoben, was Umbauten angeht, zumal die Auswahl an Figuren für diesen Krieg eingeschränkt ist.
Meine Wahl ist auf die Mahel Safari gefallen, für die es in 28mm von Empress Miniatures in ihrer Reihe zu den italienischen Konflikten passende Figuren gibt.
Natürlich ist die Auswahl an Posen begrenzt und spezielle Waffen wie MG´s fehlen völlig, hier muß man sich durch entsprechende Umbauten behelfen - aber dazu dann mehr in den nächsten Tagen.


Und hier ein paar Quellen, um sich einen ersten groben Überblick zu verschaffen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Abyssinia_Crisis
https://abyssiniancrisis.wordpress.com/

Freitag, 23. September 2016

Afrikakorps - 1st Infantry Squad

In den letzten Tagen hatte ich eine kleine Bermalblockade, was mein städtisches Aufgebot für Lion Rampant angeht, stattdessen hatte ich durch unser letztes, in Afrika angesiedeltes Freitagsspiel Lust bekommen, mich an den Um- und Zusammenbau einerseits meiner Truppe für das Afrikakorps zu machen, sowie an die Figuren für meine Ethiopier, aber die sind wieder eine andere Baustelle und gestern Abend nicht mehr fertig geworden, bei denen geht es dann heute weiter.

Was die Figuren angeht, mußte die Entscheidung zwischen Perry und Artizan fallen - Problem hierbei ist, daß die Figuren von der Höhe her durchaus zusammen passen, Artizan allerdings deutlich massiger ausfällt.
Anbei ein Bild zur Verdeutlichung (nur zur Sicherheit, die Plastikfiguren sind Perry, der NCO aus Zinn ist von Artizan):


Man kann definitiv Einheiten beider Hersteller (Crusader etc. fallen wie Artizan aus, Warlord liegt irgendwo dazwischen) zusammen aufs Schlachtfeld führen, sollte die beiden Hersteller aber nicht innerhalb gleicher Trupps mischen - ist aber natürlich nur meine persönliche Meinung.

Zukünftige Trupps werde ich aus Artizan aufstellen, ich finde deren Posen, Animation etc. einfach genial in der Wirkung.
Klar kann man mit den Perry-Plastics eine wirklich tolle Posenvielfalt verwirklichen, allerdings ist das verwendete Plastik recht empfindlich, wie mir scheint und gepaart mit den filigran und maßstäblichen Gewehren, MG´s, Spatenstielen, Armen etc. ist das ab und an eine unheilige Kombination - beim Zusammenkleben ein Teil zu fest packen um an anderer Stelle ein Teil anzukleben und zack ist ein Gewehrkolben oder ähnliches abgebrochen.

Hier mal ein weiteres Beispiel, wie filigran die Perrys ausfallen (einen ersten Vergleich hat man auf den obigen Bildern mit dem NCO von Artizan).
Der linke MG-Schütze ist, was den Arm mit MG angeht aus Teilen von Warlord (auch MG-Gurt und der andere Arm mit Munitionskiste stammen von Warlord) gebaut worden, der rechte MG-Schütze ist komplett aus Perry-Teilen.
Den Warlord-Arm habe ich etwas dünner geschnitzt und befeilt, damit er optisch nicht komplett aus der Rolle fällt und auch wenn das MG zugegebenermaßen ein MG42 ist, während das Perry ein MG34 darstellt, fällt der Größenunterschied deutlich aus - gleiches gilt aber eben auch für die Stabilität und letztlich sollten die Figuren schon das ein oder andere Gefecht ohne Abbrüche überstehen.



Hie noch ein Überblick über die erste von 3 Squads inkl. Squadleader (2. knieende Figur von rechts) und Platoonleader (Leutnant mit Schirmmütze); der Funker inkl. Tornisterfunkgerät wird mit dem Platoonleader auf einer gemeinsamen Base platziert werden, einfach aus optischen Gründen.